Image
7. April 2022
 / 

Pola Schneemelcher

 / 
 / 
In eigener Sache

Call for Papers: Waiting for Wages

Pola Schneemelcher

Download English

Waiting for Wages – eine Analyse künftiger Lohnentwicklung in Deutschland

Auf den ersten Blick ging es dem deutschen Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren gut: die Arbeitslosenquote befindet sich auf einem historisch niedrigen Niveau, die Erwerbstätigkeit ist hoch. Selbst ein kurzer Einbruch während der Corona-Krise hat dieser langfristigen Entwicklung keinen Abbruch getan.

Nichtsdestotrotz zieht die Lohnentwicklung nicht im gleichen Maße mit wie es eine gute wirtschaftliche Gesamtsituation und eine hohe Arbeitskräftenachfrage vermuten lassen würden. Zwar erzielten die Tarifpartner insgesamt höhere Lohnabschlüsse als noch in den späten 1990er Jahren und die Nominal- und Reallöhne stiegen schneller als im EU27-Durchschnitt, es bestehen aber große Unterschiede zwischen den Branchen; der Blick auf die Bruttostundenlöhne ergibt ein ähnliches Bild. Gemessen an der anhaltend guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der günstigen Arbeitsmarktlage bewertet die Bundesbank die Entwicklung der Tarifvergütung auf Stundenbasis mit jahresdurchschnittlich 2,4% (2014 – 2017) daher als „moderat“, ebenso wie die Entwicklung der Effektivverdienste (2,7%).

Im Zuge der Corona-Krise, zunehmenden Rohstoffpreisen und einer steigenden Inflation stagnierten in Deutschland die Lohnstückkosten 2021, die Reallöhne gingen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1% zurück. Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Angst vor steigenden Verbraucherpreisen nochmal zugenommen und die Auswirkungen der Geflüchteten auf den Arbeitsmarkt sind bisher schwer abzusehen. All dies wird nachhaltigen Einfluss auf die kommenden Tarifrunden und die Lohnfindung insgesamt entfalten.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage:

Wie werden sich die Löhne in Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln?

Für die beste Beantwortung dieser Frage rufen wir ein Preisgeld in Höhe von 2.500 € aus. Hierbei soll die quantitative Analyse einzelner Lohnindikatoren im Vordergrund stehen und mit max. 2.500 Wörtern schriftlich dargelegt werden (exkl. Datensätze & -quellen, die dem Anhang beigefügt werden können).

Beurteilungskriterien sind:

  • Empirische Fundierung der Analyse
  • Kontextualisierung und Qualifikation der Analyse
  • Klarheit und Überzeugungskraft des Arguments
  • Lesbarkeit des Texts
  • Pluspunkt: Aussagekräftige visuelle Aufbereitung der Daten

Die Betrachtung sollte die Lohnentwicklung für 2022 und 2023 einschließen, kann aber auch darüber hinausgehen.

Der Text kann auf Deutsch oder Englisch verfasst werden. Die Analyse wird auf unserer Website veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 31.5.2022, 12 p.m. CET. Bitte sendet Eure Analyse bis dahin im PDF-Format an info@dezernatzukunft.org (Betreff: “Call for Papers Lohnentwicklung”). Bei Fragen meldet Euch jederzeit gerne bei Pola Schneemelcher (pola.schneemelcher@dezernatzukunft.org).


English Version

Waiting for WagesAnalysis of Future Wage Developments in Germany

The German labour market has been doing well in recent years: unemployment is at historical lows, employment is high. Even the Covid-induced slump did not deflect Germany from this positive long-term path.   

Wages, however, are not developing in a way that a favourable overall economic context and high labour demand would suggest. While in general, collective bargaining has recently resulted in higher wage agreements than in the late 1990s, and while nominal and real wages increased faster than the EU27 average, vast differences between economic sectors remain. A look at gross hourly wages reveals a similar picture. Given the favorable labour market situation, the Bundesbank therefore assesses the development of hourly wages agreed through collective bargaining as “moderate” (annual average of 2.4% between 2014 and 2017); the same holds for the effective earnings (2.7% annual average between 2014 and 2017).

In the wake of the Covid crisis, increasing commodity prices and rising inflation, unit labor costs in Germany stagnated in 2021, with real wages declining by 0.1% year-on-year. With the war in Ukraine, fears of rising consumer prices have increased once again, and the impact of refugees on the labour market is so far difficult to predict. All of this will have a lasting impact on the upcoming collective bargaining rounds and wage negotiations as a whole. 

Against this backdrop, the question arises: 

How will wages in Germany develop in the upcoming years?

We are offering a prize of €2,500 for the best answer to this question. The focus of your paper should be on the quantitative analysis of wage indicators and should be presented in a maximum of 2,500 words (excluding data sets & sources, which can be added to the appendix).

Evaluation criteria are:

  • Empirical foundation of the analysis
  • Contextualization and qualification of the analysis
  • Clarity and strength of the argument
  • Readability of the text
  • Add on: accessible and insightful visual presentation of the data

Consideration should include wage trends for 2022 and 2023, but may go beyond.

The text can be written in German or English. The winning analysis will be published on our website.  The deadline for submission is 31/5/2022, 12 p.m. CET. Please send your work in PDF format to info@dezernatzukunft.org (subject: “Call for Papers Wages”). If you have any questions, please contact Pola Schneemelcher (pola.schneemelcher@dezernatzukunft.org). 


Hat dir der Artikel gefallen?

Show some love mit einer Spende
oder folge uns auf Twitter

Teile unsere Inhalte

Ähnliche Artikel aus unserem Archiv