Für einen umfassenden Blick auf die Belastungswirkungen von Klimapolitik

Der gordische Knoten der Klimapolitik ist die Verteilungsfrage: Wer kann und wer sollte welche Kosten der Transformation tragen? Über den Stellenwert der Frage besteht große Einigkeit – über die Antwort nicht. Wir glauben: Dieser Knoten lässt sich nicht einfach durchschlagen, sondern muss mit Bedacht entwirrt werden. In einem neuen Hintergrundpapier versuchen wir dazu beizutragen und analysieren Belastungswirkungen der Klimapolitik. Im Geldbrief dieser Woche zoomen wir in die Sektoren herein, wo der Schuh am meisten drückt: Wärme und Verkehr. Wir zeigen, warum die CO2-Bepreisung im Verkehr sozialer ist als ihr Ruf und warum es bei der Wärmewende unbedingt zielgenaue Förderung und Entlastung braucht.

Belastungswirkung von Klimapolitik

Dieses Papier beschäftigt sich mit den Kosten, welche einzelnen Haushalten im Zuge der Klimatransformation entstehen könnten.
Bepreisung von CO2 hat horizontal heterogene Verteilungswirkungen. Es werden die Kosten der Transformation des Individualverkehrs und dessen Effekt auf die Treibhausgasemissionen ebenso beleuchtet wie die des ÖPNVs, des Wärmepumpeneinbaus, der Gebäudesanierung und der Landwirtschaft.

Menschen machen Innovation: ein Interview mit Xavier Jaravel

In seinem kürzlich erschienenen Buch Marie Curie lebt im Morbihan präsentiert der Ökonom Xavier Jaravel seine Theorie der Innovation. Er bricht dabei sowohl mit dem romantisierenden Bild individualistischer Erfinderkultur als auch mit starrem Etatismus. Für ihn stehen Menschen, ihre Verbindungen und ihre Lebenschancen im Vordergrund. Innovationspolitik, die das nicht berücksichtigt, verstärke Ungleichheit und verspiele Chancen, die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen. Seine Perspektive hat überraschende Implikationen für die Bildungs- Handels- Regional- und Klimapolitik sowie für die europäische Integration.

Dialog mit Xavier Jaravel – Für eine systemische Sicht auf Innovation

« Man sollte Innovation nicht als Trickle-Down, sondern als Rhizom begreifen.» Jonas Kaiser, Levi Henze Xavier Jaravel veröffentlichte im November 2023 sein Buch „Marie Curie wohnt im Morbihan“ (im französischen Original „Marie Curie habite dans le Morbihan“). In diesem Essay stellt er Innovation in einem neuen Licht dar. Er verteidigt eine wesentliche Abkehr vom klassischen Innovationsmodell, nach welchem sich die Vorteile … Read More

Kipppunkte sind näher als angenommen

In diesem Geldbrief machen wir einen Ausflug in die Klimawissenschaft. Warum? Unsere Kernthemen der Finanz- und Wirtschaftspolitik werden sowohl von der Entwicklung der Klimakrise als auch den Transformationsbemühungen massiv beeinflusst – und tragen umgekehrt dazu bei, ob und wie die Transformation gelingen kann. In unserem neuen Hintergrundpapier „16 Gründe für schnelles Handeln – Kipppunkte und ihre Bedeutung für die Klimapolitik“ zeigen wir das Kipppunkte im Erdsystem ein Umdenken der Finanz- und Wirtschaftspolitik erfordern. Denn Kipppunkte sind viel näher als gedacht. Trotz vieler Unsicherheiten ist eins gewiss: Rasche Emissionsreduktionen noch in diesem Jahrzehnt sind zentral, um die Risiken des Überschreitens von Kipppunkten zu reduzieren.

16 Gründe für schnelles Handeln – Kipppunkte und ihre Bedeutung für die Klimapolitik

Die jüngste klimawissenschaftliche Forschung zeigt: Kipppunkte sind sehr viel näher als lange angenommen. Diese dramatische Revision ist aber weitgehend unbemerkt geblieben. In dieser Kurzpublikation zeichnen wir den aktuellen Wissensstand über Kippelemente im Erdsystem nach, diskutieren Wechselwirkungen mit gesellschaftlichen Risiken und leiten grundlegende Implikationen für die deutsche Klimapolitik ab.

Schumpeter und der unaufhaltsame Fortschritt grüner Technologien

Immer mehr Studien zeigen, dass eine erneuerbare Energieversorgung in der langen Frist deutlich günstiger sein wird als die fossile von heute. Das liegt vor allem daran, dass die Kosten grüner Technologien erheblich sinken. Doch wie sehr? Ist Klimaschutz damit ein Selbstläufer? Und welche Rolle spielt technischer Wandel? Im Geldbrief dieser Woche wagen wir einen Blick in die Kristallkugel, in das Innenleben mathematischer Modelle und den dunklen Abgrund des verbleibenden Emissionsbudgets. Dieser Geldbrief basiert auf einer Abschlussarbeit, die unten verlinkt ist.

Alle Wege führen nach Rom

Am 30. und 31. März fand das erste Treffen des European Macro Policy Networks (EMPN) statt. Was den Gründern der Europäischen Union recht war, konnte uns nur billig sein: Treffpunkt Rom. In diesem Geldbrief berichten wir über die Tagung, erklären, was es mit dem EMPN auf sich hat, und stellen unsere drei jüngsten Kooperationen im Rahmen des Netzwerks vor.