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7. September 2022
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Florian Kern

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Der Fluch der Geldmengensteuerung: Wie eine Ideologie erst Politik und dann Nebelschleier wurde1 min Lesezeit

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Wir haben uns in unseren Demokratien dazu entschieden, die Geldpolitik in unabhängige Hände zu legen. Gerade aufgrund ihrer Unabhängigkeit obliegen Zentralbanken besonderen Rechenschaftspflichten. Diese können nur eingefordert werden, wenn die Bevölkerung gut informiert ist – sowohl über die Wirkungsweisen, aber auch über die Grenzen der Geldpolitik.

Dieser Comic erzählt die Geschichte der Geldmengensteuerung. Die Geldmengensteuerung, auch als Monetarismus bekannt, ist die Idee, dass die Geldmenge die Preisentwicklung bestimmt und die Zentralbank durch Steuerung der Geldmenge die Inflation steuern kann. Diese Theorie ist falsch. Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt, nicht durch die vorhandene Geldmenge. Dennoch konnte sie sich zeitweise durchsetzen: für einen kurzen Moment in der tatsächlichen Umsetzung der Geldpolitik, für viele Jahre länger in der Kommunikation vieler Zentralbanken. Sie verschleierte in dieser Zeit die politische Verantwortlichkeit der Zentralbanken und insbesondere ihre Kontrolle über die Zinsen.

Wir erzählen diese Geschichte, weil uns wichtig ist, dass möglichst viele Menschen sie kennen und nachvollziehen können. Einerseits hat ein mündiges Volk es grundsätzlich verdient, die (komplexe) Wahrheit über die Arbeitsweise und Wirkung der Geldpolitik zu erfahren. Andererseits hat die monetaristische Ideologie hat zwar heute keinen Einfluss mehr auf die Geldpolitik der Zentralbanken, aber sie steckt noch immer in den institutionellen Vorgaben der Wirtschafts- und Währungsunion und beeinflusst damit sowohl die Fiskalpolitik als auch die Gerichtsurteile der Verfassungsgerichte.

P.s. Dieser Comic steht zur freien Verfügung (CC BY-NC 4.0). Er kann und soll gerne weiter geteilt und verbreitet werden!


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