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23. März 2023
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Dezernat Zukunft

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Fachtexte

Die Zukunft energieintensiver Industrien – Zwischenbericht aus unserem Industrieprojekt

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Executive Summary

Die Energiekrise infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat verdeutlicht, wie sensibel energieintensive Industrien auf Energiepreisschocks reagieren. Die Angst vor der „Deindustrialisierung“ Deutschlands ist deshalb groß. So hat Ende Februar der Chemiekonzern BASF angekündigt, mehrere Tausend Stellen in Ludwigshafen abzubauen und eine der beiden Ammoniak-Anlagen zu schließen. Doch der deutschen Industrie steht eine noch viel größere Herausforderung bevor: Bis spätestens 2045 muss sie klimaneutral werden und die Produktion vollständig auf erneuerbare Energien und emissionsfreie Verfahren umstellen.

Wir haben uns deshalb gefragt, wie sich der globale Umstieg auf emissionsfreie Produktion langfristig auf die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien in Deutschland auswirken wird. Denn in der Zukunft werden wir hier und andernorts klimaneutral produzieren müssen – die Energiekostenbasis ändert sich weltweit. Dazu haben wir Frontier Economics und die IW Consult mit einer Studie beauftragt. Im ersten Teil des Projekts analysieren sie dazu die mögliche Entwicklung internationaler Erzeugungskosten von erneuerbarem Strom und Wasserstoff und deren Auswirkungen auf Herstellungskosten von Grundstoffen. Unsere vorläufige Erkenntnis ist: Deutschland schneidet bei Strom- und Wasserstoffkosten im internationalen Vergleich schlecht ab. In der Tendenz kann die Verlagerung von industriellen Wertschöpfungsschritten oder der vollständige Import von Grundstoffen deshalb mit Kostenvorteilen gegenüber der heimischen Produktion verbunden sein. In den allermeisten Fällen nicht lohnend ist der Import von Wasserstoff für die heimische Produktion.

Im zweiten – nun bevorstehenden – Teil des Projekts werden wir uns andere relevante Standortfaktoren ansehen und analysieren, wie Abnehmer von Grundstoffen auf potenzielle Kostenunterschiede reagieren. Anschließend werden wir szenariobasiert Wertschöpfungs- und Arbeitsmarkteffekte schätzen. Der finale Bericht wird voraussichtlich im Juni veröffentlicht.

Ansprechpartner für dieses Projekt ist Janek Steitz.

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